|
|
|||||
![]() |
BUGS HENDERSON
and THE SHUFFLE KINGS |
||||
|
Text und Photos: Franz Hummel |
March 2006 concert opinion
|
||||
|
Once upon a time...
|
|||||
|
Text: Jan Eckerl |
March 2006 concert opinion
|
||||
| ...not only Blues but American Music! Im Rahmen des Vienna Blues Spring kam der texanische Ausnahmegitarrist mit seinen Shuffle Kings erneut nach Wien. Für einen Dienstag und vor allem im Vergleich zu Hendersons Auftritt vor beinahe 2 Jahren in Wien war der Reigen sehr gut besucht. Bugs hatte seine Anthologie - "Electric Snow" CD (Taxim Records) im Gepäck und so war auch das Programm gestaltet. Es gab viele Songs zu hören, die Bugs in den 30 Jahren seit Bestehen seiner Band immer wieder zum Besten gab und die von seinen treuen Fans schon längst als Klassiker angesehen werden. Er spielte aber auch neues Material aus seinem letzten exzellenten Studioalbum "Stormy Love". Mr. Henderson und seine Band waren gut gelaunt sowie auch das Publikum. Nach einem Instrumentalstück, bei dem sich die Band einspielte, folgte der Slowblues "Rocket In My Pocket". Da machte Mr. Henderson sofort klar, dass er nicht nur "rocken" kann, sondern vor allem ein Verständnis und Feeling für den Blues hat, wie man es heutzutage nur mehr selten findet. Da dient die hervorragende Spieltechnik nicht zur Selbstdarstellung, sondern um die innersten Gefühle in Musik "zu verwandeln". Es folgten unter anderem "Ticket To Ride" (natürlich als gestandenen Texas-Shuffle dargeboten), "Jelly Roll Blues" von seinem alten "Chef" John Nitzinger oder auch das groovige "The Vent-Refried" aus der letzten Studio CD. Zeitweise hatte Bugs Soundprobleme, woraufhin er ein Effektpedal mit den Worten "I don´t need this damn thing" mit einigen gezielten Tritten in die ewigen Jagdgründe beförderte. Der gebürtige Kalifornier (heute lebt er in Texas) benötigt tatsächlich nur seine flinken Finger, sein einmaliges Gespür für Intonation, sein breitgefächertes musikalisches Wissen, eine Gitarre und einen Verstärker, um seine Musik zu zelebrieren. Den Abschluss des ersten Sets bildete sein "C&W Medley" aus dem Album "Gitarbazndrumz", indem er verschiedene bekannte Melodien aus Country, Bluegrass und sogar Polkas ("Rosamunde") zu einem einzigartigen Stück verbindet. Am Schluss des Medleys bewies er dann auch noch Humor, als er zuerst die Südstaatenhymne "Dixie", dann die Nordstaatenhymne "Yankee Doodle" spielte und schließlich beide gleichzeitig. Das könnte man ja fast als politisches Statement betrachten. Es gelang ihm zumindest musikalisch, den früher verfeindeten und auch heute noch sehr unterschiedlichen Norden mit dem Süden der USA zu vereinen (smile). War der erste Set sehr vom Blues dominiert, so wurde der zweite Set musikalisch sehr abwechslungsreich. Da hatten Bluespuristen einen eher schweren Stand. Aber Bugs Henderson bezeichnet ja selbst seine Musik nicht als Bluesrock sondern als "American Music" und so ist es für ihn mehr als selbstverständlich auch Songs wie "Mary Lou", "Sleepwalk" oder auch die sehr persönliche Eigenkomposition "Hold The Line" zu spielen. Erwähnenswert war auch seine Solodarbietung verschiedener Beatlessongs, wo er zeigte, dass man auch diese, schon tausend mal gehörten Stücke, so darbieten kann, dass diese gängigen Melodien musikalisch in einem ganz neuen Licht erstrahlten. Für den Schreiber dieser Zeilen war der absolute Höhepunkt die Interpretationen des Bluesklassikers "It Ain't Nobody's Business If I Do" und des Bob Dylans Hits "Highway 61 Revisited", welches so kraftvoll dargeboten wurde, dass sogar Johnny Winter zu seinen besten Zeiten ins Schwitzen gekommen wäre. Den Schluss bildete, wie immer, das Ventures Medley, welches der gleichnamigen Gitarrenband gewidmet ist, die Bugs in seiner Jugend sehr verehrte. Aber ohne Zugabe ließ das Publikum den "wild man from Texas" nicht in die nächste Stadt ziehen und Bugs Henderson & The Shuffle Kings gaben noch einmal mächtig Gas bei "Shake, Rattle & Roll". Zeitweise gab dann der Verstärker vollständig seinen Geist auf, aber die Band spielte trotzdem unbeirrt weiter. Ein musikalischer Hörgenuß, mit leider ein paar technischen Pannen, welcher aufzeigte, dass Bugs Henderson es noch immer mit den jungen Gitarrenstars locker aufnehmen kann. Auch seine großartige Band soll nicht unerwähnt bleiben. Keith Jones war professionell und souverän wie immer und "Shuffle-Queen" Linda Waring, die erst seit ca. 2 Jahren wieder mit ihrem alten Freund Bugs musiziert, hat sich gegenüber ihres letzten Aufrittes in Wien zu einer echten "Texas-Shuffle-Machine" entwickelt. Wer zum Vienna Blues Spring ging und unter dem Wort "Blues" nicht nur eine Musikform, sondern vor allem ein Gefühl versteht, wurde an diesem Abend bestens bedient. Crank it up, Bugs! and please come back! Jan Eckerl |
|||||
|
Text: Fritz Svacina |
March 2006 concert opinion
|
||||
![]() ![]() ![]() |
...who's my friend? Wir hatten im Reigen Platz genommen (überpünktlich), danach kamen noch weitere Bekannte unter anderem auch mein Freund Jan Eckerl, welcher sehr aufgeregt sagte: "Bugs möchte Dich sofort sehen, ich traf ihn und Du sollst gleich kommen." Nach einem herzhaften Aufschrei im Backstage Bereich trafen sich zwei alte Freunde nach mehr als zehn Jahren wieder und das beim Vienna Blues Spring Konzert im Reigen. Bugs und ich hatten in den letzten Monaten Kontakt via mail, aber der schönste Moment war das Wiedersehen. Natürlich wurde gleich getratscht und die Neuigkeiten in einem Urtempo ausgetauscht, denn Bugs musste mit seiner Band auf die Bühne und durchstarten, da er immer pünktlich seine Show beginnen will. Ich wusste, er würde einen sehr dynamischen und instrumentalen Einstieg wählen, bevor er zu ausdrucksstarken und gefühlvollen Blues tunes überleitet. Er bot zwei überaus erdige Sets, welche den Stempel "Bugs Henderson" immer aufweisen sowie ich ihn in den USA mehrmals erlebt hatte. "American Music" in allen Facetten, pur und kraftvoll dargeboten. Die Details/Ablauf hat mein Freund und "Zydeco Champ" Jan Eckerl in feinster Weise beschrieben und ich schliesse mich seiner Meinung an. Der gefühlvollste Blues war "Nobody's Business", hier erlebte man Bugs natürliche, unverfälschte und immer zwanglos wirkende Stimme, welche auch die Thematik des Songs kraftvoll zu steuern vermag. Dazu kommt für mich noch der exzellente Song "Sleepwalk". Für diejenigen, die es nicht wissen, das ist einer der attraktivsten Instrumentaltitel für Gitarristen der Oberklasse und nicht nur ein Hit/Schlager aus vergangenen Zeiten, er ist eine Messlatte des Könnens an der Gitarre (mit oder ohne "slide"), hier feiert das Gefühl und nicht die so sehr forcierte Schnelligkeit den Höhepunkt. Linda and Keith ("The Shuffle Kings"), you are "very special", and the steamhammer behind Bugs. Bugs Henderson ist ein aussergewöhnlicher Musiker, international geschätzt und ich freute mich, ihn mit seiner Gattin hier in Wien, dank des Managements Eva und Markus Gygax, welche heuer wieder "Bugs Henderson and The Shuffle Kings" nach Europa brachten, erleben zu können. Einen weiteren Dank möchte ich dem Veranstalter des Vienna Blues Spring ausdrücken, der sich mächtig bemühte einen musikalischen Querschnitt der Musikrichtung Blues unserem heimischen Publikum auch 2006 zu bieten. See you, Bugs! Unser nächstes Wiedersehen steht bald an - in Dallas. FS |
||||
|
|||||